Kapitel 2 · Univariate deskriptive Statistik
Kumulierte Häufigkeiten
Kumulieren setzt Ordnung voraus
Bei mindestens ordinalskalierten Merkmalen lassen sich die geordneten Ausprägungen sinnvoll aufsummieren. Die kumulierten Häufigkeiten beantworten: „Welcher Anteil der Daten ist ?“
heißt empirische Verteilungsfunktion (»empirisch« = aus konkreten Daten berechnet, im Unterschied zur Verteilungsfunktion einer Zufallsvariablen).
Eigenschaften
und sind monoton wachsende Treppenfunktionen, die an den Ausprägungen um bzw. nach oben springen. An den Sprungstellen gilt der obere Wert (Treppenkante). Außerdem:
Die Quantile (nächster Abschnitt) sind gerade die Umkehrung dieser Funktion.
Beispiel »Maßkrug Bier«
| 0 | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 3 | 4 | 5 | 7 | 9 | 10 | |
| 0,3 | 0,4 | 0,5 | 0,7 | 0,9 | 1,0 |
Ablesebeispiel: — die Hälfte der Absolventen trank höchstens 2 Maß.
Übung: Verteilungsfunktion aufstellen und ablesen
Die folgende Aufgabe führt von der Häufigkeitstabelle über die empirische Verteilungsfunktion bis zu den Lagemaßen (nächster Abschnitt) — ein typischer Klausurablauf:
Übungsaufgabe Studiendauer — Verteilungsfunktion & Lagemaße
Jim Beam notiert die Anzahl der Semester, die seine Kommilitonen bis zum Studienabschluss benötigt haben:
| Anzahl Semester | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| absolute Häufigkeit | 1 | 0 | 4 | 5 | 8 | 2 |
a) Wie lauten die Rohdaten? b) Bestimme und zeichne die empirische Verteilungsfunktion. c) Welcher Anteil benötigte (i) höchstens 7, (ii) höchstens 9, (iii) mindestens 9 Semester? d) Bestimme Modus, Median und arithmetisches Mittel.
R R-Lösung anzeigen
semester <- rep(c(6, 8, 9, 10, 11), times = c(1, 4, 5, 8, 2))
table(semester) # Häufigkeiten
mean(semester) # arithmetisches Mittel
median(semester) # Median
quantile(semester, 0.5) # Median als 50%-Quantil semester
6 8 9 10 11
1 4 5 8 2
[1] 9.25
[1] 9.5 Lösung
0/6 aufgedecktAbruf-Quiz
Frage 1 / 2Maßkrug Bier : Welcher Wert hat die empirische Verteilungsfunktion ? (Anteil der Werte )