Kapitel 8 · Hypothesentests
t-Test
Wenn σ unbekannt ist
In der Praxis ist fast nie bekannt. Dann schätzt man es durch und erhält den t-Test:
Die Prüfverteilung ist die t-Verteilung mit Freiheitsgraden — wegen der zusätzlichen Unsicherheit durch das geschätzte hat sie schwerere Ausläufer als . Für ersetzt man die t-Quantile durch z-Quantile.
Durchgerechnet: »Schokolade«
Sollgewicht g; Stichprobe , , . Zweiseitig, :
Da , wird nicht verworfen: keine signifikante Abweichung vom Sollgewicht. (Im Test gegen den Kern reproduziert.)
Übersicht: welcher Test?
| Verteilung von X | σ bekannt | σ unbekannt |
|---|---|---|
| normalverteilt | Gauß-Test () | t-Test () |
| beliebig, | approx. Gauß-Test | approx. Gauß-Test ( statt ) |
Klausurfalle: bekannt → Gauß (z). aus den Daten geschätzt → t mit df . Das ist dieselbe Fallunterscheidung wie beim Konfidenzintervall.
Übungsaufgaben
Übungsaufgabe CO-Gehalt der Abgase — einseitiger t-Test
Der CO-Gehalt der Abgase (in ‰) eines Automodells ist näherungsweise normalverteilt. Eine Stichprobe von Fahrzeugen ergab die Werte im R-Code. Der Hersteller behauptet einen durchschnittlichen CO-Wert von 3,15 ‰. Kann man bei davon ausgehen, dass der durchschnittliche CO-Wert über 3,15 ‰ liegt? Führe einen geeigneten Test durch und interpretiere in einem Satz.
R R-Lösung anzeigen
co <- c(3.0,3.1,3.0,3.4,3.3,3.1,3.3,3.2,3.6,3.0,
3.1,3.5,3.0,3.0,3.4,3.0,3.6,3.1,3.2,3.5)
t.test(co, mu = 3.15, alternative = "greater") One Sample t-test
t = 1.4615, df = 19, p-value = 0.07995
mean of x = 3.22 Lösung
0/6 aufgedecktÜbungsaufgabe Schokoladengewicht — t-Test
Ein Schokoladenhersteller prüft, ob das erwartete Gewicht einer Tafel dem Sollwert 102 g entspricht. Aus zufällig gewogenen Tafeln ergeben sich g und Stichproben-Standardabweichung g. Das Gewicht sei normalverteilt mit unbekannter Standardabweichung.
Führe einen Test zum Niveau durch (formaler Ablauf).
R R-Lösung anzeigen
xbar <- 104; mu0 <- 102; s <- 5; n <- 15
t <- (xbar - mu0) / (s / sqrt(n))
t # Prüfgröße
qt(0.975, df = n - 1) # kritischer Wert
2 * (1 - pt(abs(t), df = n - 1)) # zweiseitiger p-Wert [1] 1.549193
[1] 2.144787
[1] 0.1436321 Lösung
0/6 aufgedecktÜbungsaufgabe Blutdruck-Medikament — t-Test & p-Werte in R
14 Patienten erhalten ein blutdrucksenkendes Medikament; die systolischen Werte
(mmHg) stehen im R-Code (normalverteilt angenommen). Löse in R: a) Bestimme
mit t.test() das zweiseitige 99 %-Konfidenzintervall für . b) Triff zu
jeweils eine Testentscheidung über den p-Wert für (i)
, (ii) vs. , (iii) vs. . c)
Bestimme die p-Werte auch ohne t.test().
R R-Lösung anzeigen
bd <- c(126,127,133,128,128,133,129,124,126,127,132,129,129,128)
t.test(bd, conf.level = 0.99)$conf.int # a) 99%-KI
t.test(bd, mu = 130)$p.value # b i) zweiseitig
t.test(bd, mu = 130, alternative = "greater")$p.value # b ii)
t.test(bd, mu = 130, alternative = "less")$p.value # b iii) [1] 126.36 130.64
[1] 0.0539
[1] 0.973
[1] 0.027 Lösung
0/7 aufgedecktAbruf-Quiz
Frage 1 / 3Schokolade: x̄=104, μ₀=102, s=5, n=15. Wie groß ist die Prüfgröße t? (4 Nachkommastellen)