Kapitel 5 · Diskrete Zufallsvariablen und Verteilungen
Bernoulli, Gleichverteilung & geometrische Verteilung
Bernoulli: der einzelne Versuch
Ein Bernoulli-Experiment hat genau zwei Ausgänge (Erfolg/Misserfolg). Die Bernoulli-Variable ist
mit und . Ein Bernoulli-Prozess wiederholt das Experiment -mal unabhängig bei konstantem — die Grundlage für Binomial- und geometrische Verteilung.
Diskrete Gleichverteilung
Sind alle Werte gleichwahrscheinlich (, z. B. fairer Würfel), liegt die diskrete Gleichverteilung vor. Für : , .
Geometrisch: Warten auf den ersten Erfolg
Wiederholt man einen Bernoulli-Versuch, bis zum ersten Mal eintritt, ist »Anzahl der Versuche« geometrisch verteilt (Träger ):
Beispiel (Übung 8): Nur 10 % der Personen sind für eine Studie geeignet. Wahrscheinlichkeit, dass die erste geeignete genau die fünfte ist: . Innerhalb der ersten 5: . Erwartete Anzahl: . (Im Test gegen den Kern reproduziert.)
Merke: Geometrisch zählt die Wartezeit bis zum ersten Erfolg (Träger ab 1); binomial zählt die Erfolge bei festem (Träger ab 0). Nächster Abschnitt.
Übungsaufgaben
Übungsaufgabe Studien-Screening — geometrische Verteilung
Nur 10 % der Personen erfüllen nach Prüfung alle Kriterien einer klinischen Studie. sei die Anzahl der Screenings bis zur ersten geeigneten Person.
a) Welche Verteilung hat ? b) Wahrscheinlichkeit, dass die erste geeignete Person (i) gerade nach vier ungeeigneten gefunden wird, (ii) innerhalb der ersten 5 Screenings, (iii) in den ersten 5 Screenings nicht gefunden wird? c) Erwartete Anzahl Screenings (jedes dauert 2 h)?
Achtung R:
dgeom/pgeomzählen die Misserfolge vor dem ersten Erfolg. Für „die fünfte Person” alsodgeom(4, 0.1).
R R-Lösung anzeigen
# R zählt MISSERFOLGE vor dem 1. Erfolg (k = x - 1)
dgeom(4, prob = 0.1) # P(X = 5): 4 Misserfolge, dann Erfolg
pgeom(4, prob = 0.1) # P(X <= 5)
1 - pgeom(4, prob = 0.1) # P(X > 5)
1 / 0.1 # E(X) im "Anzahl Versuche"-Modell [1] 0.06561
[1] 0.40951
[1] 0.59049
[1] 10 Lösung
0/7 aufgedecktÜbungsaufgabe Hotline — geometrische Verteilung in R
Ein Kunde erreicht eine Hotline pro Anruf mit Wahrscheinlichkeit (Versuche unabhängig). = Anzahl der Versuche bis zum ersten Erfolg ist geometrisch verteilt. Löse in R: a) Berechne die Wahrscheinlichkeit, dass der Kunde (i) beim ersten Versuch, (ii) erst beim fünften Versuch, (iii) innerhalb der ersten 10 Versuche durchkommt. b) Stelle die Wahrscheinlichkeitsfunktion als Stabdiagramm dar.
R R-Lösung anzeigen
dgeom(0, prob = 0.3) # i) P(X = 1) = beim 1. Versuch
dgeom(4, prob = 0.3) # ii) P(X = 5) = erst beim 5. Versuch
pgeom(9, prob = 0.3) # iii) P(X <= 10)
x <- 1:15
plot(x, dgeom(x - 1, 0.3), type = "h",
main = "Geometrische Verteilung (pi = 0.3)",
xlab = "Versuch x", ylab = "P(X = x)") [1] 0.3
[1] 0.07203
[1] 0.9717525 Lösung
0/6 aufgedecktAbruf-Quiz
Frage 1 / 3Screening: nur 10 % der Personen sind geeignet. X = Anzahl Screenings bis zur ersten geeigneten (geometrisch, π=0,1). Wie groß ist P(X=5)? (4 Nachkommastellen)