Kapitel 6 · Stetige Zufallsvariablen und Verteilungen
Normalverteilung
Die wichtigste Verteilung
Summen vieler unabhängiger, gleichgroßer Zufallseinflüsse sind annähernd normalverteilt (Gauß-Verteilung) — daher modelliert sie Messfehler, Körpergrößen, Produktionsabweichungen u. v. m.:
verschiebt die Glockenkurve, bestimmt ihre Breite (Wendepunkte bei ). Verschiebe Parameter und Grenzen:
Standardisierung
Es gibt unendlich viele Normalverteilungen, deren Integral sich nicht geschlossen berechnen lässt. Der Trick: standardisieren auf .
Damit reicht eine Tabelle — die der Standardnormalverteilung .
Mit der z-Tabelle rechnen
Beispiel Nüchternblutzucker :
Wegen der Symmetrie gilt . (Im Test reproduziert.)
σ-Regeln und wichtige Quantile
| Intervall | Anteil |
|---|---|
| ≈ 68,3 % | |
| ≈ 95,4 % | |
| ≈ 99,7 % |
Häufig gebrauchte Quantile: , , , . Für gilt .
Klausurfalle: Vor dem Tabellennachschlagen standardisieren (). Für negative die Symmetrie nutzen — die Tabelle listet nur .
Übungsaufgaben
Übungsaufgabe Schraubenlänge — Normalverteilung & z-Standardisierung
Die Schraubenlänge (in mm) einer Sorte ist normalverteilt mit mm und mm.
a) Berechne die Wahrscheinlichkeit, dass die Länge (i) größer als 30,27 mm, (ii) kleiner als 29,86 mm, (iii) zwischen 29,86 mm und 30,27 mm ist. c) Bestimme das zentrale Schwankungsintervall, in dem die Länge mit 90 % Wahrscheinlichkeit liegt.
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pnorm(30.27, mean = 30, sd = 0.2, lower.tail = FALSE) # i) P(X > 30.27)
pnorm(29.86, mean = 30, sd = 0.2) # ii) P(X < 29.86)
pnorm(30.27, 30, 0.2) - pnorm(29.86, 30, 0.2) # iii) dazwischen
qnorm(c(0.05, 0.95), mean = 30, sd = 0.2) # c) 90%-Intervall [1] 0.08851
[1] 0.2419637
[1] 0.6695
[1] 29.671 30.329 Lösung
0/6 aufgedecktÜbungsaufgabe Nüchternblutzucker — Normalverteilung
Der Nüchternblutzucker (in mg/dl) sei normalverteilt mit und .
Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Nüchternblutzucker a) unter 75 mg/dl bzw. b) zwischen 85 und 105 mg/dl liegt?
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pnorm(75, mean = 90, sd = 10) # P(X < 75)
pnorm(105, mean = 90, sd = 10) - pnorm(85, 90, 10) # P(85 < X < 105) [1] 0.0668072
[1] 0.6246553 Lösung
0/5 aufgedecktÜbungsaufgabe Kaffee-Füllgewicht — Normalverteilung in R
Ein Unternehmen füllt Kaffee in 500-g-Packungen; das Füllgewicht ist normalverteilt mit g und g. Löse in R: a) Berechne die Wahrscheinlichkeit, dass das Füllgewicht (i) weniger als 490,2 g, (ii) mehr als 508,2 g, (iii) zwischen 485 g und 515 g beträgt. b) Bestimme die zentralen Schwankungsintervalle für 68,27 %, 95,45 % und 99,73 %.
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pnorm(490.2, mean = 500, sd = 5) # i) P(X < 490.2)
pnorm(508.2, mean = 500, sd = 5, lower.tail = FALSE) # ii) P(X > 508.2)
pnorm(515, 500, 5) - pnorm(485, 500, 5) # iii) P(485 < X < 515)
500 + c(-1, 1) * 1 * 5 # b) 68.27%-Intervall
500 + c(-1, 1) * 2 * 5 # 95.45%-Intervall
500 + c(-1, 1) * 3 * 5 # 99.73%-Intervall [1] 0.0249979
[1] 0.05050258
[1] 0.9973002
[1] 495 505 Lösung
0/6 aufgedecktÜbungsaufgabe Zufallszahlen & Simulation in R (set.seed)
Löse in R: a) Initialisiere den Zufallszahlengenerator mit 42, erzeuge 100 standardnormalverteilte Zufallszahlen und stelle sie in einem Histogramm dar. b) Simuliere 60 Würfe eines fairen Würfels und bestimme die relativen Häufigkeiten (vorher den Generator mit einem festen Wert initialisieren).
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set.seed(42)
z <- rnorm(100) # 100 Werte aus N(0,1)
hist(z, main = "100 x rnorm(1)")
set.seed(1)
wuerfe <- sample(1:6, 60, replace = TRUE)
prop.table(table(wuerfe)) # relative Häufigkeiten wuerfe
1 2 3 4 5 6
0.150 0.183 0.133 0.200 0.167 0.167 Lösung
0/5 aufgedecktAbruf-Quiz
Frage 1 / 4Nüchternblutzucker X ~ N(90, 10). Wie groß ist P(X < 75)? (4 Nachkommastellen, Φ(−1,5)=1−0,9332)